Einflussfaktoren und Erfolgsbedingungen demokratischer Konsolidierungsprozesse in Afrika

Einflussfaktoren und Erfolgsbedingungen demokratischer Konsolidierungsprozesse in Afrika

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Beschreibung

Autor: Christian Kohrs

Erschienen: 2014

Sprache: Deutsch, 660 Seiten

ISBN: 978-3-927198-29-6


Entgegen der Meinungen des „mainstream“ der politikwissenschaftlichen Afrikaforschung stehen erfolgreiche Demokratisierungsprozesse in Afrika auf der aktuellen politischen Agenda. Aber welche Faktoren, welche Entwicklungen machen, in Anbetracht der vielen defekten oder elektoralen Demokratien auf dem Kontinent, den Unterschied zwischen erfolgreichen und defizitären Demokratisierungsprozessen aus? Die vorliegende Arbeit widmet sich diesen Fragestellungen und präsentiert erste erfolgversprechende Ansätze als Grundlage zur Diskussion und für weitere auch länderspezifische Forschungen. Der deutschen und der internationalen Afrikaforschung mangelt es bisher sowohl an empirischen als auch an theoretischen Untersuchungen zu den Erfolgsbedingungen demokratischer Konsolidierungen in den afrikanischen Transitionsstaaten. Zwar gibt es mittlerweile eine Fülle von Erklärungsversuchen für gescheiterte Demokratisierungsprozesse, doch ist der Fokus der Forschungen zu „Neuen Demokratien“ und insbesondere der afrikabezogenen auf die Hybridisierung politischer Herrschaft und die Blockierung von Demokratisierungsprozessen gerichtet. Somit sind wissenschaftliche Untersuchungen wie die vorliegende als Forschungsdesiderat anzusehen, da sie die Einflussfaktoren und Erfolgsbedingungen demokratischer Konsolidierungsprozesse in den Mittelpunkt der Analyse stellen. Demokratische Konsolidierungen lassen sich aber nur in ihrer komplexen Multikausalität erfassen. Das Vierebenenmodell von Wolfgang Merkel bietet zwar einen angemessenen Ausgangspunkt der Untersuchung, muss aber, wie in der Dissertation geschehen, noch durch weitere Einflussfaktoren ergänzt werden. Die Arbeit geht somit über den Ansatz Merkels hinaus, weil sie einerseits kulturelle Einflüsse berücksichtigt, und andererseits Aspekte von Staatlichkeit und „citizenship“ zur Grundlage der Diskussion macht. Zudem werden sozioökonomische Dynamiken berücksichtigt, und dies nicht nur als Prerequisiten, sondern als demokratisches Projekt in langfristigen Lernprozessen. Schließlich widmet sich die Arbeit auch externen Einflüssen und deren Bedeutung.
Anhand der Daten von Freedom House, des Bertelsmann Transformation Index und des Afrobarometers ergibt sich ein Kreis von vier afrikanischen Staaten, die als konsolidiert zu bezeichnen sind: Botswana, Mauritius, Ghana und die Kapverden. Weitere vier Staaten: Südafrika, Namibia, Benin und Sao᷈ Tomé und Príncipe befinden sich im Übergang zwischen einer defekten und einer sich konsolidierenden Demokratie. Mali, bisher auf einem erfolgreichen Weg der Konsolidierung, lässt sich aktuell nur schwer einordnen.